"Galerie
in der Victoriastadt" zeigt
textile Illustrationen aus Frankreich
10. September 2005
Vom 10. September bis zum 16. Oktober sind
in der Ausstellung "sage comme une image " Textilminiaturen
von Jacqueline Govin zu
sehen. Christof Wolters, Inhaber der "Galerie in der
Victoriastadt", über
die französische Künstlerin und Ihre Werke...
Sage comme une image...
"mucksmäuschenstill wie ein Bild"! Mit dieser in Frankreich
üblichen Ermahnung versucht man, lebhafte Kinder zur Ruhe
zu bringen. Jacqueline Govin schlug sie als Titel für die
Ausstellung vor — ein ironischer Kommentar
zu ihren Szenen aus dem Familienleben; in deren Mittelpunkt
stehen kleine Kinder, deren noch nicht völlig gezähmte Vitalität
selbst dann zu spüren ist, wenn sie gerade mal brav sind.
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Les moustaches du chat
(Die Schnurrhaare
der Katze)
Detail der Titelseite für die Monatsbeilage der japanischen
Tageszeitung "Asahi Shimbun", November 1987
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Jacqueline Govin gestaltet ihre Textilminiaturen (sie selber
spricht von "Illustrationen") mit unnachahmlicher
Präsizion
bei der — man möchte sagen "ethnographisch
präzisen" — Beobachtung und Wiedergabe
alltäglicher (und protentiell konfliktträchtiger) Momente
im Kinderleben.
Wer genauer hinschaut, entdeckt — mit ständig
wachsender Freude — dass Applikation, Stickerei
und Malerei so raffiniert eingesetzt werden, dass das Textiltechnische
ganz in den Hintergrund tritt und als leicht und mühelos
erscheint. Persönliche Handschrift sind die "pastelligen"
Farben und das Spiel mit transparenten Stoffen — der
virtuose Umgang mit Materialien und Relief erzeugt nahezu
illusionistische Lichter und Schatten.
Die "Galerie in der Victoriastadt" macht sich das Vergnügen,
ein herausragendes Beispiel für das oft tabuisierte "Figurative"
vorzustellen. Ja, wenn es so gut gemacht ist...
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Carte postale d'Irlande
(Postkarte aus Irland)
Detail aus Patchwork Quilt Tsushin, 2002
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Wer ist Jacqueline Govin?
Eine franzöische Textilkünstlerin, Gründerin und Präsidentin
von "Fiber Art Synergy" (1992), in Europa, Amerika und Japan
gleichermaßen als passionierte Organisatorin großer und anspruchsvoller
internationaler Ausstellungen von "Textile / Fiber Art" bekannt.
Es begann 1977 in Paris, als Jacqueline Govin, Preisträgerin
des "Salon des Ateliers d'Art", von Japan entdeckt
wurde. Seither haben ihre Textbilder regelmäßig
die Titelseiten japanischer Zeitungspublikationen geschmückt
(durchaus nicht nur von Fachzeitschriften, z.B. Monatsbeilage
von Asahi Shimbun...) und erreichten auf diese Weise ein
Millionenpublikum.
So wurde sie in Japan berühmt — nicht
nur als Künstlerin, sondern als Botschafterin eines in Japan
offenbar als faszinierend empfundenen Aspekts traditioneller
französischer Lebensart.
Auf japanischen Wunsch hat sie dann 1988 die Ausstellungen
"Art Mural Textile Français" und "Art Textile Contemporain
Français organisert und damit eine zweite Karriere mit der
Förderung von Textilkunst und -künstlern eingeleitet.
Ihre Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen in Frankreich,
Amerika, Japan und Finnland gezeigt. Mehr als 200 Seiten
mit Reportagen wurden ihr in Zeitschrfiften aus diesen Ländern
gewidmet, es gibt zwei Bücher über sie.
Wer mehr wissen will: http://jacqueline.govin.free.fr
Ausstellung Jacqueline
Govin
Vernissage: Samstag, 10. September 2005, 14.00-20.00
Jacquelien Govin wird anwesend sein
Finissage: Sonntag, 16. Oktober 2005, 15.00-19.00
Öffnungszeiten: Freitag und Samstag
15.00-19.00 oder nach telefonischer Verabredung
Ort:
Galerie in der Victoriastadt
Türrschmidtstraße 12
10317 Berlin
Tel.:030 / 30 53 23 8
Fax: 030 / 30 54 80 0
E-Mail: christof.wolters@web.de
Web: www.textile-art-berlin.de
Verkehrsverbindungen:
S-Bahn: S5, S7, S75 (Nöldnerplatz)
Bus: 194, 240 (Rummelsburg)
Tram: 21 (Marktstraße)
Text und Fotos: Christof Wolters, Galerie in der Victoriastadt
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