Ein Denkmal für ein Denkmal
27.Januar 2004
Die Tage der Brücke in der Stadthausstraße
sind gezählt. Die Bahn wird die in die Denkmalliste
eingetragene Brücke durch einen Zweckbau aus Beton
ersetzen. Doch eine Anwohnerinitiative möchte verhindern,
dass die gusseisernen Pendelsäulen der Brücke
zum “alten Eisen“ werden.
Unauffällig schön
Auf den ersten Blick fallen sie einem gar nicht auf:
Die historischen Pendelsäulen der gut 100 Jahre
alten Stadthausbrücke. So ging es auch Christof
Wolters aus der Türrschmidtstraße.
Doch nachdem er von den Abrissplänen der Bahn erfuhr,
schaute er sich die Säulen bei einem Spaziergang
einmal genauer an und spontan entstand die Projektidee:
„Diese schönen gusseisernen Säulen müssen
dem Kiez erhalten bleiben! Wir stellen die zwölf
Pendelsäulen an einem markanten Punkt in der Victoriastadt
auf. Sie sind ein Symbol für die von Bahnlinien
umgrenzte Victoriastadt“, so Wolters. Sein Vorschlag
für einen möglichen Standort: die Grünfläche
an der Ecke Stadthaus- Türrschmidtstraße
. „Das Denkmal bleibt uns so als ein Denkmal für
ein Denkmal in unmittelbarer Nähe des originalen
Standortes erhalten“.
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| Die Stadthausbrücke:
Die 100 Jahre alte Brücke wird noch 2004 abgerissen |
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Großes Interesse im Kiez
Wolters Idee begeisterte zahlreiche Kiezanwohner. Dies
beweist eine von ihm initiierte Unterschriftenaktion.
Mehr als 140 Anwohner unterstützten durch ihre
Unterschriften den Projektvorschlag. Einige von ihnen
haben mit Wolters eine Initiative zum Erhalt der Pendelsäulen
ins Leben gerufen.
Viele Fragen sind zu klären. Wer übernimmt
die Kosten für die Sanierung der Säulen, wer
finanziert die Aufstellung und wer kommt für die
Unterhaltskosten auf ? Welche Standorte kommen überhaupt
in Frage ? Ist es eventuell möglich, die Säulen
in den Brückenneubau zu integrieren ?
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Fristen ein "Schattendasein":
Die hübschen Pendelsäulen der Stadthausbrücke
Foto: C.Wolters |
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Die Zeit drängt
In den nächsten Monaten kommt viel Arbeit auf
die Initiative zu. Vorschläge für mögliche
Standorte müssen gesammelt und konkretisiert ,
Gespräche mit den zu beteiligenden Behörden
und der Bahn geführt werden. Dabei drängt
die Zeit:
Die Bahn erhielt im Planfeststellungsverfahren von der Anhörungsbehörde
die Auflage, ein denkmalpflegerisches Gutachten für die
Stadthausbrücke erstellen zu lassen. Bis Mai wird der
von der Bahn beauftragte Professor Deiters seine Vorschläge
erarbeitet haben. Bis dahin muss die Initiative auch ihre
Vorstellungen mit den zuständigen Fachbehörden abgestimmt
haben, damit diese noch in dem Gutachten Berücksichtigung
finden können.
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